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Elle Puls - Persönlicher Newsletter

Mein Weg ins Gym begann am Nähtisch


Hallo Reader!

mein neues Hobby, das English Paper Piecing (EPP), hat einen Nachteil: Dabei sitze ich die meiste Zeit.

Zusätzlich zu den 6-7 Stunden pro Tag am Laptop.

Aufgrund der daraus resultierenden Nacken- und Rückenschmerzen wurde mir klar: Ich muss das mit dem Krafttraining jetzt endlich angehen!

Über die Jahre (Jahrzehnte?) habe ich immer mal wieder Versuche gestartet und mochte es überhaupt nicht! Dieser graue Raum, mit den technischen Geräten, der Schweißgeruch... Wie soll das Spaß machen?

Ich habe mich daher gefragt, wie ich etwas von der Leichtigkeit, die ich beim Nähen empfinde, auf eine Gym-Routine übertragen kann.

Und habe daraus ein System aus Mini-Schritten für mich aufgebaut.

🔸 Alles liegt bereit

Mit dem Nähen zu beginnen ist dann am leichtesten, wenn ich einen festen Arbeitsplatz dafür habe, und nicht die Nähmaschine oder anderes Zubehör aufbauen muss, bevor ich starten kann.

So mache ich es fürs Gym: Ich habe das nächstgelegene Gym gewählt, auch wenn es nicht das schönste ist. Hauptsache kurzer Weg (7 Minuten zu Fuß). Meine Sporttasche ist immer fertig gepackt mit Getränk, Handtuch, Gummiband, etc. Es kann also jederzeit losgehen.

🔸 Konkrete Projekte

Ich liebe es derzeit, ein langfristiges Nähprojekt zu haben, das im Grunde aus immer gleichen Abläufen besteht. Dadurch muss ich weniger Entscheidungen treffen wie: Welches Schnittmuster? Welcher Stoff? Ich kann immer da anknüpfen, wo ich zuletzt aufgehört habe.

So mache ich es fürs Gym: Ich habe mir ein konkretes Projekt überlegt. Ich möchte bis zum 30.6. einen Klimmzug schaffen. Darauf kann ich gezielt hinarbeiten. Die Aufgabe ist nicht leicht, aber ich bin motivierter ins Training zu gehen. Und letztendlich ist für mich der Weg das Ziel.

🔸 Podcasts dabei hören

Beim Nähen kann ich prima nebenbei Podcasts hören. Egal, ob es witzige Gespräche sind wie bei den Kaulitz-Brüdern oder Deep Dives in Marketingthemen wie bei Victoria von Creatorway. Ich liebe das!

So mache ich es fürs Gym: Anfangs habe ich mir meine liebsten Podcasts bewusst fürs Gym aufgehoben. So habe ich mich darauf gefreut, ins Training zu gehen und habe mich damit belohnt.

🔸 Die Erlaubnis, wieder aufzuhören

Wenn ich mal nur für 15 Minuten nähe, freue ich mich, dass ich dennoch ein kleines Stückchen weiter gekommen bin. Ich mache mich nicht runter dafür, dass es "nur so wenig war".

So mache ich es fürs Gym: Meine "Pflicht" ist es hinzugehen und mindestens 10 Minuten etwas zu machen. Und wenn es nur 10 Minuten Stepper sind. Danach darf ich gehen. Diesen "Joker" habe ich bisher noch nicht gezogen. Wenn ich mal da bin, bleibe ich auch. Aber die Erlaubnis, auch aufhören zu dürfen, macht es mir leichter.

Dieses kleine System hat mir schon geholfen, 2,5 Monate durchzuhalten. Ich trainiere jeden zweiten Tag. Bis auf wenige Ausnahmen.

Durch meine Sportroutine sind 3 spannende Dinge passiert.

1) Ich zähle jede Sekunde / Jede Sekunde zählt

Ich kann mich über jede Sekunde, die ich länger an der Stange hängen kann, freuen. Wenn ich ein "Mensch Muddi!" von meinen Söhnen dazu höre, finde ich das super. Sonst bin ich ja eher der Typ Frau, der ein Lob am liebsten abwinkt und die eigene Leistung nicht gut anerkennen kann.

Deswegen finde ich das E-Mail-Projekt “Toll, was ich geschafft habe!” von Viola Heller ganz fantastisch. Du erhältst bei ihr 35 Impulse, Rituale und manchmal auch etwas Tough Love. Täglich direkt in deine Mailbox. Los geht es am Valentinstag. Viola hat einen wunderbaren inspirierenden Schreibstil.

2) Ich kaufe komische Dinge

Hätte mir jemand gesagt, dass ich eines Tages eine magnetische Tasche zum Anhängen an Fitnessgeräte kaufen würde...
Aber: Ich habe es getan.

Es fing damit an, dass ich mein Gerümpel (Handy, Schlüssel, Band, Handtuch) lose von Gerät zu Gerät getragen habe, um es dann immer wieder auf dem Boden abzulegen.

Meine Recherche nach einer Lösung hat zwar sehr funktional aussehende magnetische Taschen zutage gebracht, aber leider fast alle in Schwarz.

Daraufhin habe ich nach einem Schnittmuster gesucht - frei nach dem Motto: Was ich nicht kaufen kann, nähe ich mir selber. Aber leider habe ich keines gefunden. Es blieb also nur kaufen.

3) Ich ertrage Testosteron

Manchmal schlägt mir schon am Eingang des kleinen Geräteraums eine Wand aus testosterongeschwängerter, feuchtwarmer Luft entgegen. Beim ersten Mal habe ich sofort die Kehrtwende gemacht.

Die Zimmer meiner Söhne in der Pubertät waren nichts dagegen.

Je öfter ich dort war, desto mehr habe ich mich an diese Testosteron-Aura gewöhnt. Es macht mir inzwischen nichts mehr aus, meist als einzige Frau (und dann auch noch 40+) zwischen 15- bis 25-jährigen jungen Männern zu trainieren.

Und ja, es stört mich mittlerweile auch nicht mehr, wenn ein 17-Jähriger neben mir zehn Klimmzüge am Stück macht, ohne auch nur ansatzweise außer Atem zu geraten.

Das trübt nicht meine Freude daran, dass ich 60 Sekunden hängen kann.

Vielleicht geht es manchmal gar nicht darum, große Pläne zu machen, sondern ein System zu finden, das so gut zu dir passt, dass du ganz nebenbei dranbleibst.

Herzliche Grüße,

Elke

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Wöchentliche Einblicke & Impulse aus meinem Leben.

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