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Hallo Reader! Wusstest du, dass man eine deutsche Frau in einer Umkleidekabine an ihrer „Gymnastik“ erkennt? Während die Italienerin vor dem Spiegel posiert und ein begeistertes „Che bello!“ haucht, geht die Deutsche erst einmal tief in die Hocke. Sie bewegt die Arme in alle Richtungen und testet kritisch, ob auch ja nichts kneift. Warum ich das erzähle? Weil genau das heute Mittag ein Gesprächsthema war. Ich war beim Sample Sale einer Modeagentur. Alle paar Monate öffnen die Inhaber dort ihre Türen, um ihre Muster aus den neuen Kollektionen abzuverkaufen. Man kann dort oft Teile kaufen, die es so noch gar nicht im Laden gibt. Es war relativ ruhig, und so kam ich mit dem einen Inhaber, ins Gespräch. Er arbeitet seit Jahrzehnten in der Modebranche und hat einen faszinierenden Blick auf uns Frauen. Er erzählte mir, wie viele Geschichten wir im Kopf haben, wenn es um unser Aussehen geht. Und eben diese Anekdote über den Unterschied zwischen italienischen und deutschen Kundinnen in der Umkleide. Ich fühlte mich so ertappt! Denn als ich kürzlich Hosen anprobiert habe, bin ich auch erst einmal in die Hocke gegangen, bevor ich mich ausführlich im Spiegel beguckt habe. Es muss halt bequem sein. Das ist auch die häufigste Anforderung, die ich von meinen Kundinnen der Farb-Fitterie höre: „Bequem und schick“ soll es sein. Doch genau hier liegt die Zwickmühle: Diese Beschreibung bedeutet gleichzeitig alles und nichts. Jeder versteht etwas anderes darunter. Mit „schick und bequem“ kann man in keinem Onlineshop filtern und auch keine Verkäuferin kann damit wirklich losziehen, ohne mehrfach nachzufragen. Wenn du lernst, deine Anforderungen an Kleidung für dich zu präzisieren, triffst du Entscheidungen, die über den Moment hinaus Bestand haben. Denn ein Teil, das nicht nur gut aussieht, sondern sich auch bei jeder Bewegung richtig anfühlt, bleibt jahrelang in deinem Schrank und genau das ist der größte Hebel für mehr Nachhaltigkeit in deiner Garderobe. Hast du für dich schon Worte gefunden, die über ‚schick und bequem‘ hinausgehen? Herzliche Grüße, Elke |
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