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Zwickmühle: Schönheit


Du kennst bestimmt auch Menschen, bei denen einfach alles schön aussieht. Vom Outfit bis zur Wahl der Kloschüssel – alles ist bewusst und ästhetisch gewählt.

Ich bewundere diese Menschen!

Manchmal frage ich mich: „Bin ich es mir etwa nicht wert, in (meine) Schönheit zu investieren?“

Doch so sehr ich Ästhetik auch schätze, stelle ich immer wieder fest: Sie spricht mich an, aber sie hat für mich nicht den gleichen hohen Stellenwert wie für die Menschen, die ich dafür bewundere.

Mir ist Schönheit nicht so viel Geld und Zeit wert.

Und genau hier liegt eine entscheidende Erkenntnis: Es geht um die Priorität bestimmter Werte.

Der vernünftige Weg?

Ich komme aus einem bodenständigen, „vernünftigen“ Haushalt. Meine Eltern legten Wert auf Zuverlässigkeit, Sparsamkeit, Gesundheit und Weiterbildung. Auch (finanzielle) Sicherheit war ein Thema.

Die meisten Kaufentscheidungen im Haus meiner Eltern wurden und werden nach Vernunft getroffen.

Damit ein Kauf „Sinn“ macht, muss er:

✔ wirklich gebraucht werden,
✔ im besten Fall einen Nutzen haben,
✔ eine vernünftige Qualität haben,
✔ vernünftig aussehen,
✔ ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Dinge, deren einziger Zweck es ist, schön zu sein oder etwas zu verschönern, landeten daher eher selten im Einkaufswagen.

Für Reisen und Weiterbildung hingegen gaben meine Eltern gerne Geld aus und ermöglichten mir viel.

Auf der einen Seite hat mich mein Elternhaus geprägt. Auf der anderen Seite hatte ich von Natur aus kein großes Interesse daran, meine Umgebung oder mich selbst aktiv zu verschönern. Als ich mit 19 auszog, hing immer noch meine Bärchentapete an der Wand…

Der schöne Weg

Wie sehr das Elternhaus den Stellenwert von Schönheit prägen kann, wurde mir in einem Gespräch mit anderen Frauen klar. Manche wurden schon in ein sehr ästhetisches Umfeld hineingeboren. Da waren die Eltern zum Beispiel Industriedesigner, Künstlerinnen, Stylistin oder ähnliches. Für diese Frauen war Ästhetik also von klein auf ein natürlicher Bestandteil des Lebens.

Dieses Gespräch hat mir deutlich gemacht: Schönheit hatte in meinem Leben einfach nie diesen hohen Stellenwert.

Und doch bin ich es mir wert, in mich zu investieren. Aber in einer Weise, die meinen Werten entspricht: Weiterbildung, Selbstbestimmung, Nachhaltigkeit, Inspiration.

Ich kann problemlos 5000 Euro für eine Weiterbildung ausgeben, aber für einen Mantel? No way!

Da kommt sofort die „Vernunft“ durch.

Kommen wir zur Zwickmühle

Ich habe mich für einen Business-Weg in der Farb- und Stilberatung entschieden – und genau dort steckte ich lange in einer Zwickmühle. Genauer gesagt: in einem Wertekonflikt.

Auf der einen Seite meine persönlichen Werte, auf der anderen ein Beruf, der sich mit Schönheit beschäftigt.

Lange dachte ich, dass ich den Wert Schönheit von Kopf bis Fuß vorleben muss – weil „man das als Stilberaterin so macht“.

Diesen Anspruch habe ich selbst an mich gestellt, weil ich bei den Stilberaterinnen, die ich kenne, folgendes beobachtet habe:

✔ Sie haben ein natürliches Gespür für Ästhetik.
✔ Mode war schon immer ihre Leidenschaft – sogar als Kind, als sie Puppen einkleideten.
✔ Sie lieben es, mit Outfits zu experimentieren.
✔ Ihre Ästhetik spiegelt sich in allem wider: ihrem Zuhause, ihrer Umgebung, ihrem gesamten Lebensstil.

Mit diesen Talenten und Vorlieben einen Beruf in der Mode zu ergreifen: perfekt!

Aber warum habe ich diesen Beruf gewählt, obwohl ich damit meine natürlichen Stärken nicht direkt ausspielen kann?

Weil es mir um etwas anderes ging. Ich wollte eine modische Identität für mich und mehr Nachhaltigkeit in den Kleiderschränken.

Ästhetik ist für mich das Werkzeug, um mehr Nachhaltigkeit zu erreichen. Wenn ich Kleidung finde, die mir wirklich steht und in der ich mich wohl fühle, habe ich weniger Gründe, ständig neue Teile zu kaufen. Ich trage meine Kleidung länger. Und wenn ich dabei auch noch gut aussehe – win-win!

Teach what you need

Ich war also nie die Stil-Lehrerin, die lehrt, für was sie schon immer eine Leidenschaft und Talent hatte. Ich war/bin vielmehr diejenige, die einen Lernweg gegangen ist und andere daran teilhaben lässt.

„You teach best what you most need to learn.“ – Richard Bach

Ich weiß, wie es ist, seinen Stil zu suchen und nicht einfach „zu fühlen“. Ich kann andere mit auf eine Entdeckungsreise nehmen. Das ist sicherlich Teil meines Erfolgs. Ich bringe Menschen gerne zum Nachdenken. Und ich weiß, wie man Räume schafft, in denen diese Veränderung möglich wird.

Mit der Zeit habe ich mir erlaubt, meine Werte mehr in die Kommunikation meines Business einfließen zu lassen. Seitdem fällt es mir leichter, über das zu sprechen, was ich anbiete. Ich stehe für mehr Nachhaltigkeit in unseren Kleiderschränken.

Mein Ansatz: Über Schönheit mehr Nachhaltigkeit erreichen.

Spiegelt sich der ein oder andere deiner Werte in deiner Garderobe? Oder in der Art, wie du über deine Garderobe denkst? Oder wie du damit umgehst?

Herzliche Grüße,

Elke

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